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Über das Lernen

 

"Kinder sind keine Gefäße, die man mit Wissen füllen kann"
Hirnforscher schlagen Alarm: Kinder kommen mit einem unglaublichen Potenzial zu lernen zur Welt - doch durch Eltern und Schule verkümmern die Anlagen im Gehirn. Schüler müssen nach Ansicht des Hirnforschers Gerald Hüther mehr Möglichkeiten bekommen, ihr erworbenes Wissen praktisch anzuwenden.
"Alle Kinder kommen mit einem unglaublichen Potenzial zur Welt", sagte der Neurobiologe. Von den vielen anfänglich hergestellten Nervenzellverknüpfungen würden aber nur diejenigen stabilisiert, die auch genutzt werden.

So lernen Kinder
Ein Interview mit Dr. rer. nat. Dr. med. habil. Gerald Hüther. Er ist Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen und zählt zu den führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der experimentellen Hirnforschung.

"Es ist kein Naturgesetz, dass Kinder die Lust am Lernen verlieren!"
Der Neurobiologe Gerald Hüther spricht mit SZ Wissen über Schulstress, Magersucht und Drogen.

Wie wir Kinder stark machen
Wenn wir uns mit der Frage befassen, was Menschen generell und speziell Kinder und Jugendliche stark macht und schützt im Umgang mit belastenden Lebensereignissen, stoßen wir in der modernen Wissenschaft unweigerlich auf den Begriff „Resilienz“. Resilienz bezeichnet die Fähigkeit eines Menschen, „schwierige Lebenssituationen unbeschadet zu überstehen.“129 Das Gegenstück zu Resilienz heißt ‚ Vulnerabilität’ und charakterisiert die Verwundbarkeit, Verletzbarkeit oder Empfindlichkeit einer Person gegenüber belastenden Ereignissen
.

Die Libido des Lernens
Schon mit zwei Jahren ist meine Tochter mir aufgefallen als ein Mensch, der etwas hat, das ich bisher nirgendwo adäquat dargestellt gefunden habe, weder in der Psychoanalyse noch in irgendeiner anderen psychologischen Beschreibung. Ich habe bei ihr die Entdeckung gemacht, dass die Libido des Wachstums sich darin manifestiert, dass sie sich auf ihren nächsten Zustand freut. Sie freut sich ihres eigenen Werdens.
Es ist, als ob sie eine Art Grubenlampe auf dem Kopf trägt, die ihr den nächsten Abschnitt des Lebens auf diskrete und immer viel versprechende Weise anleuchtet. Sie sieht immer das Licht am Ende des Tunnels, es ist das Licht aus ihrem eigenen Projektor. Mit dieser dynamischen Libido, die das eigene Werdenkönnen ausleuchtet, müsste sich die Pädagogik wieder verbünden.
Peter Sloterdijk, Philosoph

Das Wissen vom Lernen, Website zum Film

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